dreigroschenblog. – Beobachtungen zum Theater

Gratwanderung durch Europa

24.07.2010 (3:38 pm) – Filed under: Inszenierungen, Stücke, Theaterfestival ::

Marktplatz für Autoren, Erfahrungsraum für alle: 24 Inszenierungen hat die Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ dieses Jahr nach Wiesbaden und Mainz eingeladen. Das Festival präsentiert sich mit ihnen als Atlas der Theaterformen (leicht bearbeitet erschienen am 23. Juni in der taz) more »

Mülheimer Nachdenklichkeit

08.06.2010 (1:29 pm) – Filed under: Gespräche, Inszenierungen, Stücke ::

Theater ist Dialog. Nirgendwo wird das so beherzigt und praktiziert wie bei den Theatertagen in Mülheim. (stark gekürzt erschienen bei kultiversum) more »

Unter Panzerknackern: Warum nervt es mich, wenn Volker Lösch bei „Berlin Alexanderplatz“ Ex-Knackis auf die Bühne stellt?

02.01.2010 (4:48 pm) – Filed under: Inszenierungen ::

panzerknackerÜber Ästhetik, Kunst und Texttreue will ich gar nicht erst reden. Weiß man ja mittlerweile, dass es Volker Lösch darum nicht geht. Als Sozialpädagoge unter den Theatermachern ist er verschrien, weil er ständig mit einem Chor von Laien auf der Bühne arbeitet, der sich über die Gesellschaft und das „System“ im Allgemeinen beschwert. Und da ist er schon – ist es Ihnen aufgefallen – dieser leicht genervte Unterton in meinen Sätzen, wenn ich über Volker Lösch schreibe. Man könnte sich vorstellen, dass ich mit den Augen rolle, während ich „Volker Lösch“ tippe. Und so ist es auch. Warum, das weiß ich selbst noch nicht so genau und werde versuchen, es im Laufe dieses Eintrags heraus zu finden. Es folgt eine Analyse meiner Volker-Lösch-Genervtheit. more »

Bang Bang!! Sebastian Schugs „Hedda Gabler“ am Theater Bremen

28.11.2009 (12:19 am) – Filed under: Inszenierungen ::

revolverSebastian Schug hat ein bisschen zu viele Tarantino-Filme geguckt, glaube ich. Die Titel-Musik des Abends, „Bang Bang“ von Sonny Bono, sang Nancy Sinatra in „Kill Bill“, das Programmheft zitiert „Kill Bill 2“ und Hedda Gabler erinnert in Bremen mit dem tiefen, vollen Pony ihrer schwarzen Perücke und dem betont lässigen Tragen ihres knappen Negligees an Mia Wallace aus „Pulp Fiction“. more »

Mein Herz bleibt ungeschützt… Patrick Wengenroths “Was kann eine stehende Schaubühne eigentlich wirken”

20.11.2009 (6:20 pm) – Filed under: Inszenierungen ::

schiller1Betrug! Brüskiert werfe ich meinen Handschuh Patrick Wengenroth vor die Füße und sage: Der Abend (Patrick Wengenroth: Was kann eine stehende Schaubühne eigentlich wirken? Teil 2 von 3, Schaubühne Berlin) funktioniert nicht. Mein Herz ist nicht vor Schwächen geschützt, ich bin als Mensch nicht vor Verschlimmerung bewahrt worden – und das ist doch, was eine gut stehende Schaubühne wirken kann! Laut Schiller sowieso, aber auch laut Theatermacher Wengenroth, der den Abend als Überprüfung und Beweisführung der Schillerschen These angekündigt hat.   Es steht also nicht gut um die Schaubühne, scheint mir. more »

Rohstoff Theaterstück – Ein Skelett auf der Bühne. David Böschs „Das goldene Vließ“ am DT

08.11.2009 (4:15 pm) – Filed under: Gedanken, Inszenierungen, Stücke ::

skelettEin dramatischer Text ist ein Skelett. Worte, die noch in Fleisch und Blut gekleidet werden müssen – in welches auch immer. Ich stelle mir ein Stück vor wie ein Liedtext, dessen Melodie fehlt. Wenn so ein Skelett also auf der Bühne Muskeln, Blut, Fleisch, Haut, Lippen und Augen bekommt, dann gewinnt es hinzu. Es müsste doch ein „mehr“ sein, das dann zu sehen ist. Ein auferstandenes Wort. Die Geburt von Menschen, wo vorher nur Schatten waren. Warum aber kommt es mir so häufig vor, als sei auf der Bühne nur noch ein Bruchteil dessen präsent, was sozusagen als „genetisches Material“ im Text angelegt ist? Als liefe da ein Mensch ohne Kopf, ohne Herz herum oder als fehle ihm der linke Arm? Das wirkt doch grotesk. Manchmal unfreiwillig komisch. Aber meistens einfach nur kleingeistig, lapidar, amputiert. So wie in David Böschs Inszenierung von Grillparzers „Das goldene Vließ“.

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Schneewittchens langer Bart: „Blaue Spiegel“ von Andrea Breth am BE

04.11.2009 (8:27 pm) – Filed under: Inszenierungen ::

spiegel

Meint sie das wirklich ernst – oder ist das pure Provokation? Bei einer Buchvorstellung im BE, es muss im Frühjahr gewesen sein, erzählte Andrea Breth geheimnisvoll und stolz, man könne gespannt sein, welch märchenhaften Bilderbogen sie mit “Blaue Spiegel” bald auf die Bühne bringen werde. Und dann das. more »

Die Peer-Gynt-Überdosis: Meine Woche mit dem Zwiebel-Charakter

04.11.2009 (1:55 am) – Filed under: Gedanken, Inszenierungen ::

zwiebelIch bin eine Zwiebel. Das ist die resultierende Einsicht nach der Lektüre von Ibsens „Peer Gynt“, der Inszenierung von Jan Bosse am Gorki in Berlin einen Tag darauf, dem Film von Uwe Janson keine 24 Stunden später im Zug NACH Kassel und Sebastian Schugs Version des Gedichts kurz darauf IN Kassel. Vier Mal Peer in einer Woche, das hinterließ Schalen.

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